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«Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.» Francis Picabia

Carl Gustav Jung – Der Mann, der die analytische Psychologie begründete

C. G. Jung, geboren am 26. Juli 1875 in Kesswil und am 6. Juni 1961 verstorben in Zürich, gilt als einer der bedeutendsten Psychologen des 20. Jahrhunderts. Er war verantwortlich für die Entwicklung der analytischen Psychologie, die heute noch eine bedeutende Rolle in der Psychologie spielt.

von Benjamin Oberdorfer, 7A

Jung war der Sohn des evangelischen Pfarrers Johann Paul Achilles Jung und dessen Frau Emilie. Als Jungs Vater 1896 starb, war Jung plötzlich für den Lebensunterhalt seiner Mutter und seiner Schwester verantwortlich. Gleichzeitig studierte er Medizin und interessierte sich nebenbei auch noch für Philosophie, Jura und Spiritismus.

Durch die Lektüre „Lehrbuchs der Psychiatrie für praktische Ärzte und Studierende“ von Richard von Krafft-Ebing inspiriert, entschied sich Jung schlussendlich, sich auf die Psychiatrie zu spezialisieren.

Im Jahr 1900 assistierte Jung in der Irrenheilanstalt Burghölzli, wo er aufgrund seiner Beobachtungen eine Doktorarbeit „Zur Psychologie und Pathologie sogenannter occulter Phänomene“ verfasste.

1903 heiratete Jung Emma Rauschenbach (s. Bild). Sie war die Tochter einer wohlhabenden Familie, wodurch Jung die Möglichkeit hatte weiter zu forschen. Außerdem half sie Jung bei seinen Forschungen, indem sie die Schreibarbeiten übernahm. Jung und Rauschenbach hatten insgesamt fünf Kinder, davon vier Töchter und einen Sohn.

Jung interessierte sich sehr für die Randbereiche der Wissenschaft, etwa die Alchemie, jedoch weniger für deren materielle Dimension, als vielmehr für ihre philosophische und psychologische Dimension. Er sah in den Arbeitsmethoden der Alchemisten Parallelen zu den Traumbildern der Menschen und ihrer Bedeutung für die Selbstfindung. Scheinbar unlösbare Aufgaben, existenzielle Krisen oder persönliche Probleme spielen hierbei eine wichtige Rolle. Dies bezeichnete er als Individuation bzw. als „Transmutation der Psyche“. Die Erforschung dieser Transmutation sah er als wesentliche Aufgabe der analytischen Psychologie an.

Jung hat den Namen „analytische Psychologie“ erstmals Freud vorgeschlagen, allerdings verwendete er die Bezeichnung nach dem Bruch mit Sigmund Freud für seine eigenen Theorien. Die analytische Psychologie beschäftigt sich mit dem unbewussten Anteil der Psyche. Sie geht davon aus, dass das Unbewusste mehr Einfluss als die bewusste Wahrnehmung besitzt. Jung hob symbolische Ausdrücke hervor und versuchte diese psychotherapeutisch zu nutzen.

Behandelt werden die Patienten, indem der Therapeut versucht, Einsicht in das eigene psychische Leiden zu vermitteln. Der Therapeut nützt hierbei, ähnlich wie bei der Psychoanalyse, die Traumanalyse. Es wird versucht, Veränderungen bei Erleben und Handeln zu bewirken.

Freuds Psychoanalyse und Jungs analytische Psychologie ähneln sich in sehr vielen Punkten. Allerdings liegt der größte Unterschied in der Methodik. Während die Psychoanalyse eine distanzierte Beziehung zum Patienten anstrebt, versuchen die Therapeuten der analytischen Psychologie eine Beziehung aufzubauen und dabei die eigentliche Beziehung zwischen Arzt und Patient auszublenden.

Weiterführende Links:
Die Analytische Psychologie
Carl Gustav Jung

Weiterführende Literatur:
– Micha Brumlik: C. G. Jung zur Einführung. Hamburg: Junius 2004.
– Wehr, Gerhard: Carl Gustav Jung: Leben, Werk, Wirkung. München: Kösel, 1985.
– Roth, Patrick: Ins Tal der Schatten. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2002.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2018/04/18 von in PionierInnen und getaggt mit .
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