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«Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.» Francis Picabia

Martha Muchow – Die Pionierin der Schulpsychologie und der Sozialpädagogik

Martha Muchow, die am 25. September 1892 in Hamburg geboren wurde und am 29.

September 1892 in Hamburg gestorben ist, war eine Pionierin der Schulspychologie und der Sozialpädagogik.

Martha Marie Muchow, die seit 1892 als Volksschullehrerin arbeitete, begann 1913 die Vorlesungen des berühmten Psychologieprofessors William Stern zu besuchen. Dieser war beeindruckt von ihrer Begabung und wollte sie aus dem Schuldienst abziehen. Sie wurde seine wissenschaftliche Mitarbeiterin.[1]

1929 wurde Martha Muchow durch ihre Mittätigkeit bei Professor Stern bekannter. In Hamburg wurde sie als wissenschaftliche Rätin eingestellt. Sie interessierte sich für Schulpsychologie, Sozialpädagogik und für die psychologischen Probleme von Kindern und Jugendlichen. Sie ging einem neuen, noch wenig bekanntem Thema nach, die ,,Straßensozialisation‘‘ von Kindern. Obdachlose Kinder bekommen nach ihrem Leben auf der Straße, sie bot den Kindern ein Dach über dem Kopf. Muchow erforschte die Verhaltensveränderungen der Kinder.[2]

Die Forschungen von Muchow zur lebensraum- und periodisch-typologischen Entwicklungspsychologie von Jugendlichen und Kindern sind wichtige Beiträge zur heutigen sozialschichtspezifischen Sozialisationsforschung. Martha Muchow und Hans Heinrich Muchow, ihr Bruder, beschrieben gemeinsam den ,,Lebensraum des Großstadtkindes“.  [3]

martha_muchow_bibliothek

Martha-Muchow-Bibliothek, Universität Hamburg (Quelle: Privates Archiv)

Für Muchow wäre eine glänzende Karriere, durch ihre Publikationen, möglich gewesen, doch auch ihr machte die Geschichte einen Strich durch die Rechnung: Der Nationalsozialismus ließ das Institut für Psychologen der Universität Hamburg schließen. Die jüdischen Professoren wurden entlassen und Muchow, die einzige Nicht-Jüdin, wurde beauftragt, das Institut an einen nationalsozialistischen Erziehungswissenschaftler zu übergeben.[4]

Zu ihren Freundinnen soll sie damals gesagt haben, dass sie nicht begreife, wie ungerecht diese Welt geworden sei und sie könne es nicht mehr ertragen in so einer Welt zu leben. Am 29. September 1933, wenige Tage nach ihrem 41. Geburtstag und wenige Monate nach der ,,Machtergreifung“ Hitlers, beging sie Selbstmord. Sie verfasste während ihrer kurzen Lebenszeit einige Schriften, wie zum Beispiel die Studien zur Psychologie des Erziehens.[5]

Während der Beerdigung Marthas war es Professor Stern untersagt eine Rede zu halten, obwohl er möglicherweise gerne eine gehalten hätte. Auch die nationalsozialistische Flagge musste aufgehängt werden, obwohl Martha eine entschiedene Gegnerin des Nationalsozialismus war.[6]

 

Weiterführende Literaturtipps:

Muchow, Martha:

  • Studien zur Psychologie des Erziehers. Hamburg 1923.
  • Beiträge zur psychologischen Charakteristik des Kindergarten- und Grundschulalters. Auf Grund experimental-psychologischer Untersuchungen über die Auffassung und das Senken der Drei- bis Zehnjährigen. Berlin 1926
  • Das Montessori-System und die Erziehungsgedanken Friedrich Fröbels. In: Hilde Hecker, Martha Muchow (Hrsg.): Friedrich Fröbel und Maria Montessori. Leipzig 1927.

 

Weiterführende Links:

Literaturverzeichnis:

https://de.wikipedia.org/wiki/Martha_Muchow#Schriften

https://www.ew.uni-hamburg.de/mmb/ueberuns/muchow.html

http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/martha-muchow/

[1] vgl. Fembio: Martha Muchow Biografie, 2017.

[2] vgl. Joern Trottenberg: Kurzbiografie, 2014.

[3] vgl. ebda

[4] vgl. Fembio: Martha Muchow Biografie, 2017.

[5] vgl. ebda

[6] vgl. Wikipedia: Martha Muchow, Schriften, Hervorh. durch d. Verf.

[7] vgl. Joern Trottenberg: Kurzbiografie, 2014.

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2018/03/23 von in PionierInnen, Uncategorized.
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