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«Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.» Francis Picabia

Rosa Katz – Kinderpädagogik und die Erforschung des Alters

Einen großen Teil ihrer Forschung widmete die Psychologin Rosa Katz und der Entwicklung von Kindern. Sie machte die Motessoripädagogik in Deutschland bekannt beschäftigte sich als eine der ersten mit den Veränderungen im Zuge des Alterungsprozesses.

David und Rosa Katz mit Prof. Koffka während eines Kongresses in Paris (1937) (v.r.n.l.)

Rosa Katz wurde am 9. April 1885 in Odessa in der Ukraine als Rosa Heine geboren. Schon in ihrer Schulzeit bereiste sie neben ihrer Heimat auch Ägypten. Mit 22 Jahren zog sie nach Göttingen, um Psychologie zu studieren und unterrichtete nebenbei an einem Landschulheim, bis sie 1914 auf Grund ihrer jüdischen Herkunft und Religion gekündigt wurde. Mit kleinen Jobs als Aushilfskraft in einer Bibliothek und Übersetzerin in der russischen später sowjetischen Botschaft in Berlin verdiente sie das nötige Geld um weiter studieren zu können. 1919 heiratete sie ihren ehemaligen Betreuer an der Universität, David Katz, mit dem sie nach Rostock zog, weil er dort eine Professur erhielt.

Teils mit ihrem Mann zusammen publizierte Rosa über Sprachentwicklung und Sozialverhalten von Kindern sowie zu Erziehungsfragen. Später machte sie die Montessori-Pädagogik in Deutschland bekannt und eröffnete einen wandernden Kindergarten nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik.

Das von Maria Montessori entwickelte pädagogisches Bildungskonzept beschäftigt sich mit der Entwicklung des Menschen vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen. Das Kind wird hierbei als „Baumeister seines Selbst“ angesehen und soll aus eigenem Antrieb seinen Wissensdurst stillen. Es gilt als eine experimentelle Pädagogik, da es keinen einheitlichen und strikten Plan gibt, sondern auf Heranwachsende zugeschnittene Techniken zur Förderung des Lernprozesses herangezogen werden. Der Grundgedanke hinter dem Konzept ist: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Erreicht wird dies durch offenen Unterricht, Freiarbeit und viel Spielraum zum Ausprobieren. Ihren größten Einsatz findet diese Pädagogik in Kindergärten und Volksschulen, da dort der Grundstein für das weitere Leben gelegt wird und noch keine strikten Richtlinien des Staates greifen.

1935 übernahm Rosa Katz am psychologischen Institut der Universität Stockholm die Leitung der kinderpsychologischen Station und führte Versuche durch, die nicht immer wissenschaftliche Anerkennung fanden, da sie als reiner Zeitvertreib abgetan wurden. Nebenbei bildete sie Schulpsychologen aus und engagierte sich in der pädagogischen Psychologie. 1939 publizierte sie ihr Übersichtswerk über Maria Montessori und deren Theorie. Sie fügte dem Buch aktuelle Bildquellen, neue wissenschaftliche Referenzen und Erkenntnisse aus ihrer eigenen Forschung hinzu. Nach dem Tod ihres Mannes konzentrierte sie sich zuerst auf die Herausgabe und Neuauflage von dessen Werken, während sie nebenbei forschte und zu neuen Themen publizierte, wie beispielsweise der sprachlichen Begabung oder der psychologischen Bedeutung des Vornamens. Rosa Katz selbst verstarb am 26. März 1976 in Stockholm, nachdem sie schon einige Monate in einem jüdischen Altersheim lebte.

Ein weiterer Schwerpunkt von Rosa Katzs Forschung war die Gerontopsychologie. Dabei handelt es sich um ein Teilgebiet der Psychologie, das sich mit den psychischen Veränderungen und dem Entstehen von psychischen Krankheiten im Zusammenhang mit dem Alterungsprozess beschäftigt.

Auch wenn Rosa Katz selten mit der Verbreitung der Montessoripädergogik in Zusammenhang gebracht wird, hat sie dennoch dazu beigetragen.  Außerdem legte sie den Grundstein für weitere Forschung auf dem Gebiet der Gerontopsychologie.

 

Weiterführende Links:

 

Weiterführende Literatur:

  • Klein-Landeck, Michael; Pütz, Tanja: Montessori-Pädagogik. Einführung in Theorie und Praxis.  – Freiburg im Breisgau: Herder 32011.
  • Berger, Manfred: Rosa Katz – Ihr Leben und Wirken. Ein Beitrag zur Geschichte der Montessori-Pädagogik, In: Das Kind, 27/2000, S. 85–92.
  • Katz, Rosa: Das Erziehungssystem der Maria Montessori – Rostock 1925.
  • Katz, Rosa: Das Kind als Erfinder, In: Zeitschrift für Psychologie 1934, 124, S. 93–102.

 

Quellen:

Wikipedia – Montessoripädagogik

Wikipedia – Rosa Katz

Psychologen.at – Gerontopsychologie

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2018/03/20 von in Entwicklungspsychologie, Pädagogik, PionierInnen, Unterricht und getaggt mit , , , .
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