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«Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.» Francis Picabia

Die Trance – Ein Zustand höchster Konzentration

Wie wird eine Trance in der Psychologie definiert? Ist bereits jeder Zustand einer Konzentration eine Trance? Wie wird diese herbeigeführt und welche Funktionen hat eine Trance überhaupt?

Unter Trance versteht man alle Bewusstseinszustände mit einem mentalen Erleben, bei dem man auf einen bestimmten Vorgang hoch konzentriert ist. Gleichzeitig aber tief entspannt ist und n den logisch-reflektierenden Verstand ausschaltet. Dabei sind vor allem das Ichbewusstsein, das Gefühl der persönlichen Identität, sowie die Sinneswahrnehmungen stark eingeschränkt, manchmal sogar ganz ausgeblendet, da jede Trance unterschiedlich intensiv sein kann. Andere Veränderungen sind die Einschränkung der Aufmerksamkeit, das Auftreten von Halluzinationen, bei denen man entweder Reales ausblendet oder sich Irreales einbildet, ein deutlich verringertes, oder aber auch gesteigertes Erinnerungsvermögen, ein gedehntes Zeitempfinden und besondere Emotionalität. Zu den körperlichen Merkmalen zählen entweder Starre oder Hyperaktivität, unwillkürliche Bewegungen und Empfindungslosigkeit.

Diese Veränderungen können in verschiedenem Ausmaß vorkommen und die Übergänge vom normalen Wachzustand in einzelne Trancestufen sind fließend, weshalb die Trance nicht scharf abgrenzbar ist.

Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, dass jede Art von Konzentration einen Trancezustand darstelle. Dabei wird bereits die hochkonzentrierte Versenkung in eine Tätigkeit, die man häufig bei Kindern beobachtet, als leichte Trance bezeichnet. Auch andere Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration verlangen, wie zum Beispiel Sport, können tranceähnliche Bewusstseinszustände hervorrufen.

Um jedoch eine wirkliche Trance herbeizuführen, ist mehr als Konzentration nötig. Dazu gibt es zahlreiche Methoden: Man unterscheidet zwischen hypnotischer, drogeninduzierter, spiritueller und traumatischer Trance.

Hypnotische Trance wird logischerweise durch Hypnose und drogeninduzierte Trance durch Halluzinogene wie LSD oder Dissoziative wie Ketamin bewirkt. Bei letzterer kommt es oft zu Halluzinationen, wobei die betroffene Person aber trotzdem im Stande sein kann, sich willentlich zu bewegen und zusammenhängende Sätze zu produzieren.

In 90 Prozent der menschlichen Kulturen wird  die spirituelle bzw. ekstatische Trance zu therapeutischen oder religiösen Zwecken angewendet. Es werden willentlich real wirkende visuelle Halluzinationen von Geistwesen herbeigeführt. Dabei dient die Trance als Möglichkeit, mit  Gott, Geistern oder anderen Wesen zu kommunizieren oder an mythische Orte zu gelangen und so Erkenntnisse zu erlangen, die es einem ermöglichen, weltliche Probleme zu lösen, wie es zum Beispiel Schamanen, Geisterbeschwörer in vielen ethnischen Religion, praktizieren. Um in eine Trance dieser Art zu fallen, werden vor allem bestimmte rituelle Körperhaltungen in Verbindung mit rhythmischen Trommel- oder Rasselklängen verwendet. Der Rhythmus und die mehrfache Wiederholung der bestimmten Reizmuster spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Die traumatische Trance hingegen wird vor allem durch akute körperliche Verletzungen, oder aber auch seelische Verletzungen, verursacht. Der Schmerz führt zur Ausschüttung körpereigener Endorphine, die die Schmerzempfindlichkeit verringern und die Betroffenen in einen Trancezustand versetzen können.

 

Burjaten-Schamane mit Trommel im Zeremonialgewand (1904, Sibirien)

https://de.wikipedia.org/wiki/Schamanismus#/media/File:Shaman_Buryatia.jpg

 

Weiterführende Links:

– Trance – allgemein

https://de.wikipedia.org/wiki/Trance

– Schamanismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Schamanismus#Schamanen_und_Schamanismus

– der Trancezustand in der Neurochemie

http://www.shamanicstudies.net/Page/ID/189

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2017/01/28 von in Bewusstseinszustände.
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