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«Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.» Francis Picabia

Freud, die Hysterie und die Hypnose

Die Hysterie ist eine Bezeichnung für eine neurotische Störung. Sie wird durch körperliche Beschwerdebilder wie z.B. Gehstörung, Bewegungsdrang, Lähmungen und Gefühlsstörung charakterisiert.  Nach Sigmund Freuds Ansicht konvertiert sich psychisches in körperliches Leiden, deswegen nannte er die Hysterie manchmal auch hysterische Persönlichkeitsstörung . Sehr lange wurde Hysterie sogar als eine ausschließlich bei Frauen auftretende, von einer Erkrankung der Gebärmutter ausgehende psychische Störung verstanden. Die Bezeichnung ,,Hysterie als Fachbegriff gilt inzwischen als veraltet und wurde durch die Bezeichnungen dissoziative Störung bzw. hysterische Persönlichkeitstörung ersetzt, hauptschlich weil der Begriff ,,Hysterie” eine Verbindung mit dem weiblichen Geschlecht sowie eine negative Bewertung anhaftet.

Unter Hypnose verstaht man das Verfahren zum Erreichen einer hypnotischen Trance. Dabei ging man ursprünglich davon aus, dass es sich um einen schlafähnlichen Zustand handelt.

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Freud fuhr nach Paris, wo er mit Charcot, der die Hysterie als echte Krankheit diagnostiziert hatte und Hypnose für ernste Zwecke der psychischen Heilung einsetzte, Hysterikerinnen in Hypnose versetzte und studierte. Er hat bewiesen, dass man eine Lähmung, die infolge eines Schocks nach einem Eisenbahnunglück entstand, auch mit Hilfe der Hypnose erzeugen kann. Er war sehr fasziniert von der Möglichkeit unter Hypnose Symptome auftreten und wieder verschwinden zu lassen. Daraufhin begann Freud sich für den Unterschied von psychischer und organischer Lähmung zu interessieren.

Nach seinem kurzen Studium bei Charcot kehrte Freud 1886 wieder zurück nach Wien und  eröffnete eine nervenärztliche Praxis und wollte die neuen französischen Forschungen nutzen. Freud erforschte die Hypnose und deren Wirkung, um psychisch kranken Personen zu helfen. Damit konnte Freud bei seiner Versuchsperson Sehstörungen feststellen, die Charcot für die „große Hysterie“ als typisch klassifizierte.

Der Internist Josef Breuer wendete die “kathartische Methode” als Therapieform an, bei der der Patient sich unter Hypnose ausspricht und abreagiert. Aufgrund der unterschiedlichen Ansichten Freuds und Breuers zum Thema Hysterie kommt es zwischen beiden zum Bruch. Daraufhin wandte Freud sich von der “kathartischen Methode” und somit von der Hypnose ab, da sich nicht viele Patienten in Hypnose versetzten ließen und da sich die Erfolge nach der Behandlung nur kurze Zeit als haltbar erwiesen.

Bertha Pappenheim, eine Vorkämpferin der Frauenbewegung und streitbare Sozialpolitikerin wurde unter dem Pseudonym „Anna O.“ weltbekannt. Sie war die berühmteste Hysterikerin an der die ,,kathartische Methode“ angewendet wurde.

Weiterführende Literaturtipps:

Sigmund Freud & Joseph Breuer: ,,Studien über Hysterie“
http://www.amazon.de/Studien-%C3%BCber-Hysterie-Sigmund-Freud/dp/3596104467/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1362417639&sr=8-1

Weiterführende Links:

Mehr über die Geschichte der Hypnose:
http://www.hypnose.at/hypnose-psychotherapie/geschichte-der-hypnose.html

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2 Kommentare zu “Freud, die Hysterie und die Hypnose

  1. Pingback: Webartikel zu Sigmund Freud und der Psychoanalyse | psycho ][ philo

  2. David
    2013/03/07

    auf Neu-Pathologisch: histrionische PS

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2013/02/25 von in Alle Artikel, Psychoanalyse und getaggt mit , .
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