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«Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.» Francis Picabia

Es-Ich-Über Ich – Freuds Theorie der Persönlichkeit

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Dieses Bild stammt aus Freuds „Neuen Folge der Vorlesungen“ in Kapitel 31. Das Buch wurde 1933 veröffentlicht. Es ist eines Freuds zahlreicher Werke in denen er sich mit der Psychoanalyse auseinander setzt.

WAS STECKT DAHINTER?

Das von Freud entwickelte Strukturmodell der Persönlichkeit wird in dieser Grafik gut dargestellt. Neben dem ES steht >unbewusst< geschrieben, der Bereich beinhaltet auch das Verdrängte. Das ÜBER-ICH steht über allem, daneben steht >vorbewusst< und es symbolisiert alles was man beigebracht bekam, alles was einem richtig erscheint durch seine Erfahrungen im Umgang mit Menschen. Das ICH ist das Gleichgewicht zwischen den beiden, das ICH ist der Mensch selbst, seine Mitte und sein Verhalten. Die Buchstaben W-BW am Kopf der Skizze stehen für das Wahrnehmungsbewusstsein, das sich natürlich ganz weit rechts befindet auf der Seite des ÜBER-ICHS und die doppelte gepunktete Linie steht für die Grenze zwischen ÜBER-ICH und ES und den ‚gesunden‘ Bereich dazwischen.

UNBEWUSST, VORBEWUSST UND BEWUSST

Diese drei Begriffe können schnell zusammengefasst und erklärt werden:

Das Vorbewusste umfasst alles was ein Mensch in seinem Leben erlernt hat. Ob man es auf Anhieb abrufen kann oder nicht spielt hierbei keine Rolle, auch wenn eine Person die Inhalte vergessen hat, diese aber trotzdem ‚re-aktivieren‘ kann in seinem Gedächtnis zählt dies als Vorbewusst. Man könnte dies auch als passive Gedächtnisinhalte definieren.
Zum Unbewussten zählt alles, das ein Mensch nicht hervorrufen kann. Entweder die Erinnerungen sind entschwunden, da sie von der Psyche verdrängt wurden oder waren nie vorhanden, da die Person die Inhalte garnicht erst wahrgenommen hat.
Das Bewusste umfasst alle Inhalte des Bewusstseins die auf anhieb angerufen werden können. Es ist so zu sagen dein aktiver Gedächtnisinhalt.

Die Psychoanalyse geht davon aus, dass Dinge die im Unbewussten liegen die Ursache vieler psychischer Krankheiten (Neurosen) sein können.

WAS GENAU IST DAS >ES<?

Das ES besteht voll und ganz aus Trieben. Es repräsentiert die Erbanlagen eines Menschen wie zum beispiel das Verlangen nach Nahrung, Durst, sexuelle Bedürfnisse, das Verlangen nach Wärme und Zuneigung und vieles mehr. Das ES ist egoistisch, es handelt ohne Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse und Gefühle anderer Leute. Man kann das ES auch als das unbewusste bezeichnen, denn das ES liegt in unserer Natur und ist von Geburt an vorhanden.

WELCHE ROLLE SPIELT >DAS ÜBER-ICH<?

Das ÜBER-ICH ist das genaue Gegenstück zum ES. Das Über Ich wird im Laufe seines Lebens gebildet, dies beginnt von Geburt an. Die Eltern bringen einem bei was >richtig< und was >falsch< ist. Das ÜBER-ICH handelt genau nach dem was die Gesellschaft von einem verlangt, es tut „was sich gehört“ und handelt sehr vorteilhaft für sich selbst.

UND WAS HAT ES MIT DEM >ICH< AUF SICH?

Das ICH ist der Mensch selbst. Es ist das Mittelmaß, zwischen den Trieben und den Moralen, das man für sich selbst erzielt. Je nach Persönlichkeit und Mensch ist dies entweder dem ÜBER-ICH oder dem ES ähnlicher. Das ICH wird zwar noch vom ES getrieben, jedoch bekommt es vom ÜBER-ICH Vorwürfe und Befehle wie es sich anders zu verhalten hat. Es übernimmt eine art Elternrolle, womit es das ICH im Idealfall zu einem ausgeglichenen Individuum macht.

WO >ES< WAR SOLL >ICH< WERDEN

Freud verwendete diese Aussage häufig. Doch was genau wollte er damit sagen? – Seine Theorie war schlichtweg dass das ES auf die Welt kommt und dass das entstehende ÜBER-ICH und das ES im Zusammenspiel im Laufe der Erziehung und der Kindheit das ICH bilden. Das Ich ist einfach das Ergebnis seiner Urtriebe in Verbindung seiner Erfahrungen.

In Freuds Psychoanalyse soll man mehr über sein ES erfahren und sich die verdrängten Wünsche bewusst machen, damit diese kein Problem für sein ICH darstellen. Er sieht dies als Lösung der Probleme und als Ziel der Therapie.

Ein paar ergänzende Web-Quellen für dich könnten sein …

http://www.teachsam.de/psy/psy_pers/psy_pers_freud/psy_pers_freud_2.htm

http://www.pm-magazin.de/a/das-psychische-dreieck-ich-es-%C3%BCber-ich-die-entdeckung-des-%C2%BBdunklen-kontinents%C2%AB

http://flexikon.doccheck.com/de/Instanzenmodell

https://erlppp.wordpress.com/2013/03/04/psychoanalyse-wo-zeigt-sich-das-unbewusste-sigmund-freud/

Ein paar interessante Bücher Freuds für dich könnten sein …

http://www.amazon.de/Massenpsychologie-Ich-Analyse-Sigmund-Freud/dp/3868200568/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1362417859&sr=8-1

http://www.amazon.de/Das-Ich-das-Metapsychologische-Schriften/dp/3596902053/ref=sr_1_10?ie=UTF8&qid=1362417859&sr=8-10

http://www.amazon.de/Massenpsychologie-Ich-Analyse-Zukunft-einer-Illusion/dp/3596104521/ref=sr_1_46?ie=UTF8&qid=1362417921&sr=8-46

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Ein Kommentar zu “Es-Ich-Über Ich – Freuds Theorie der Persönlichkeit

  1. Pingback: Webartikel zu Sigmund Freud und der Psychoanalyse | psycho ][ philo

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2013/02/25 von in Alle Artikel, Psychische Erkrankungen, Psychoanalyse und getaggt mit , , , , , , .
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