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«Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.» Francis Picabia

Denkentwicklung und kindlicher Egozentrismus nach Piaget

Ein paar Grundbegriffe:

v Adaptation: a) Assimilation: Anpassung an die Umwelt                                                                                    b)Akkomodation: Umwelt wird angepasst

v Egozentrismus: Kinder haben typische Denk- und Verhaltensweisen, sie beziehen alles nur auf sich. Dies wird erst im Laufe der Jahre abgelegt, sodass zwischen dem eigenen Körper und einer externen Reizquelle unterschieden werden kann.

v Animismus: Der Glaube, dass alle bewegten Dinge der Natur beseelt und lebendig sind. Dies ist mit dem 11. und 12 Lebensjahr überwunden.

v
Realismus: Im Internet fanden wir bezügliches dieses Themas einen guten Satz: „Es ist nur wahr, was man sehen kann. Auch Träume und Phantasien.“
Der Realismus im Denken beginnt mit der Beachtung weniger Aspekte der Wirklichkeit.

Senso-motorische Phase (0-18. Monat)
Das Kind kann Reize über seine Sinnesorgane aufnehmen, diese aber noch nicht miteinander verbunden werden. Es beginnt sich für die Umwelt zu interessieren und Gegenstände zu untersuchen, indem sie in den Mund genommen werden, oder gegen die Wand geworfen bzw. geschlagen werden.

Voroperationale Phase
Ist in zwei Teile untergegliedert:
1)vorbegriffliche Phase (zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr):
Kinder lernen die Unterscheidung zwischen realen und fiktiven Objekten.              Sie haben davon aber noch eine andere Vorstellung als Erwachsene. Die Kinder können auch schon auf Erfahrungen zurückzugreifen (zum Beispiel: die Herdplatte ist sehr heiß-> Kinder versuchen diese meist nicht ein zweites Mal zu berühren)
2) Intuitive Phase (anschauliches Denken, 4.-7. Lebensjahr)
Die Kinder denken nicht logisch, sondern so wie sie es erlernt haben. Kindlicher Egozentrismus und Realismus sind vorhanden. (Bsp: Saftexperiment: http://www.youtube.com/watch?v=LYGMDNKzSI0)
Sie erkennen Beziehungen, aber sie wissen keine Gründe oder Regeln für ihr Verhalten.

Konkret operationale Phase
Kinder denken zunehmend logisch und reversibel. Es kann klassifizieren, vergleichen und das egozentrische Denken verschwindet. Ein anschauliches Experiment wird in folgendem Video gezeigt: http://www.youtube.com/watch?v=gA04ew6Oi9

Formal operationale Phase (ab 12)

Schlussfolgerungen werden auf abstrakter Ebene gezogen, das Kind lernt Hypothesen zu bilden. Es leitet theoretische Regeln aus anschaulichen Gegebenheiten ab (induktives Denken).
Deduktives Denken tritt dann auf, wenn das Kind aus allgemeinen Regeln auf konkrete Sachverhalte schließen kann.
http://www.youtube.com/watch?v=3F1O4BGgW64

Piagets Bedeutung für die Pädagogik

ü Das Kind braucht Freiraum für spontane Aktivitäten

ü Es soll weder unter- noch überfordert werden

ü Mechanisches Lernen ist wenig effektiv und des Menschen unwürdig

ü Pädagogisch sinnvolle Widersprüche und Konflikte sollen das denkende Kind herausfordern

ü Es soll zur Selbstständigkeit erzogen werden (dh.: in Ruhe Fehler machen, beim Lernen pädagogisch unterstützt werden ..)

ü Das Kind braucht zum Lernen ungestörte Zeit

ü Es hat das Recht, entwicklungsgerecht unterrichtet zu werden, Erzieher sollen nur Aufgabe stellen, die dem jeweiligen Entwicklungsstadium entsprechen

Erziehungsziel
Schöpferische und erfinderische Menschen schaffen, die fähig sind, kritisch zu denken, verifizieren zu können und nicht alles annehmen, was man ihnen anbietet.

Literatur
Gerd Mietzel: „Phasen der Denkentwicklung nach Piaget“

Ali Wacker: „Zur aktuellen Bedeutung Piagets für die Pädagogik“

Jean Piaget: „ Aufgaben der Erziehung“

Lienhard Valentin: „Mit Kinder wachsen“

 Bilder
Piaget:
Spielendes Baby:

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2013/01/08 von in Alle Artikel, Entwicklungspsychologie.
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