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«Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.» Francis Picabia

Erik H. Erikson – Der Weg zur eigenen Identität

Erik H. Erikson hat sich mit den Fragen „Wer bin ich?“ und „Was sind meine Gefühle und Überzeugungen?“ beschäftigt.  Bei der Beantwortung dieser Fragen hat er ein Entwicklungsmodell durch folgende Phasen dargestellt:

  • Urvertrauen versus Misstrauen                              (1.Lebensjahr):

In dieser Phase entwickelt der Säugling ein günstiges Verhältnis von Vertrauen und Misstrauen. Säuglinge vertrauen von Geburt an ihren Eltern (Urvertrauen).

Hat die Person aber zu viel Misstrauen, entwickelt sich das Selbstvertrauen schlecht.

  • Autonomie versus Scham und Zweifel                   (ca. 1. bis 3. Lebensjahr):

In dieser Phase lernt das Kind zu gehen, zu sprechen, sowie den Stuhlgang zu kontrollieren. Dem Kind werden auch Regeln vermittelt und es lernt, worüber es Kontrolle ausüben kann und worüber nicht.

  • Initiative versus Schuldgefühl                                 (ca. 4. bis 5. Lebensjahr):

Das wichtigste bei dieser Phase ist die Identifikation des Kindes Mit den Eltern. Die Erkundung der Welt, Wissbegier, kreative Fantasie, Träume und Ziele prägen diese Phase. Erste soziale Kontakte  werden außerhalb der Familie geschlossen.

Die körperliche Geschicklichkeit, das Sprachvermögen und kognitive Fähigkeiten reifen aus.

  • Werksinn versus Minderwertigkeitsgefühl            (ca. 6. Lebensjahr bis zur Pubertät):

Die Phase wird durch den Schuleintritt geprägt. Kinder definieren ihr Ich durch Dinge, die sie gelernt haben. Misserfolge bewirken Gefühle der Unvollkommenheit und Minderwertigkeit.

  • Identität versus Identitätsdiffusion                         (ca. 13. bis 18. Lebensjahr):

Der Höhepunkt wird in dieser Phase erreicht. Durch die Pubertät entsteht für die Jugendlichen ein neues Körpergefühl, an welches sie sich erst gewöhnen müssen.

Die Jugendlichen treffen in dieser Zeit wichtige Entscheidungen über den Beruf oder ihre Ausbildung.  „Identifikationen werden nun in eine vollständige Identität integriert“, was heißen soll, dass die Jugendlichen „sich selbst richtig kennen gelernt haben“.  Die Gesellschaft billigt den Jugendlichen eine Aufschubperiode (=Moratorium) zu, wenn sie sich nicht bereit fühlen Verantwortung  in Form von Verpflichtungen und Bindungen zu übernehmen.  In dieser Zeit probiert der Jugendliche verschiedene Lebensformen aus, um seinen Platz in der Gesellschaft und seiner eigenen Identität zu finden. Ist das Moratorium beendet, wird sich der nun Erwachsene eine berufliche und soziale Ordnung  einfinden.

  • Intimität versus Isolierung                                        (ca. 26. bis 40. Lebensjahr):

In diesem Abschnitt ist eine gut integrierte Persönlichkeit wichtig für die Intimität einer Person, andernfalls hat dies zufolge, dass bei den Betroffenen die Angst auftaucht sich in intimen Beziehungen und sich in einer anderen Person zu verlieren.

Das liegt daran, dass für eine Bindung die Identität nicht gut genug verankert ist. Wenn eine enge Beziehung möglich ist, steht der Entwicklung zu einer  „wir-Gruppe“ nichts im Weg.

  • Generativität versus Stagnation                              (mittleres Erwachsenenalter):

Laut Erikson bedeutet Generativität nicht nur, dass wir Nachkommen zeugen, sondern auch die jüngere Generation in ihrer Entwicklungsphase zu unterstützen und zu erziehen. Dafür ist es wichtig, dass die Person Vertrauen in die Zukunft hat und sich für andere Personen engagieren kann. Sollte diese Generativität nicht vorhanden sein, führt dies zu psychischen und körperlichen Problemen, wie Selbstverwöhnung und Langeweile, ebenso verhindert es ein psychisches Wachstum dieser Person.

  • Ich-Integrität kontra Verzweiflung                         (spätes Erwachsenenalter):

In dieser Phase muss der Mensch akzeptieren, dass sein Leben begrenzt ist. Wenn der Mensch mit dem, was er in seinem Leben erreicht hat, zufrieden ist, dann führt das zur Integrität. Ist das jedoch nicht der Fall kommt es zur Verzweiflung und der Mensch beginnt zu bereuen was er in seinem Leben nicht getan hat und beginnt sich vor seinem eigenen Tod zu fürchten. Aus diesem Grund ist es für ältere Personen wichtig, dass sie auch noch in ihrem hohen Alter aktiv auf ihre Umwelt einwirken.

Hier ein Video zu Erik H. Eriksons Stufenmodell:
http://www.youtube.com/watch?v=bdPPXGadRAU

Victoria Klomfar, Stefan Barbara

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2 Kommentare zu “Erik H. Erikson – Der Weg zur eigenen Identität

  1. mangolein
    2012/11/13

    Ich finde, dass der Beitrag gut gelungen ist! : )

    • barbrastreisaand
      2012/11/13

      Herzlichen Dank für dieses Feedback mangolein!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2012/10/22 von in Alle Artikel, Entwicklungspsychologie und getaggt mit .
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